Avicenna / Ibn Sina

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Wer war Avicenna?

Avicenna ist der latinisierte Name des großen muslimischen Universalgelehrten Abū ʿAlī al-Ḥusayn b. ʿAbdallāh b. al-Ḥasan b. ʿAlī Ibn Sīnā (980-1037).

Ibn Sina wurde in der Nähe von Buḫārā (im heutigen Usbekistan) geboren und studierte schon sehr früh die islamisch-theologischen Wissenschaften. Bei verschiedenen Gelehrten lernte er die damals gängigen philosophischen Wissenschaftsdisziplinen Logik, Metaphysik, Ethik und theoretische Philosophie. Er rezipierte und kommentierte antike Philosophen Griechenlands wie z.B. Aristoteles und Platon. Später bildete sich Ibn Sina autodidaktisch in den naturwissenschaftlichen Fächern Mathematik, Astronomie, Chemie, Alchemie, Physik, Geologie, Botanik und Zoologie aber auch in der Musiktheorie weiter.

Darüber hinaus war Ibn Sina ein bedeutender Mediziner und praktizierender Arzt, der in seinem Umfeld schnell Ruhm und Prominenz erlangte. Sein herausragendes Werk ist der im Jahr 1013 geschriebene ‚Kanon der Medizin‘ (al-qānūn fī ṭ-ṭibb), der in Europa noch bis ins 18. Jahrhundert als Standardlehrbuch in der medizinischen Ausbildung verwendet wurde.

Als einer der großen muslimischen Universalgelehrten steht er für wissenschaftliche Exzellenz, freiheitliche Philosophie, Pluralität und die Übernahme von Verantwortung für seine Mitmenschen. Ibn Sina ist eine der wichtigsten Figuren, über die antikes und arabisches Wissen nach Europa gelangte. Durch seine breitgefächerte Kenntnis der naturwissenschaftlichen aber auch philosophischen Disziplinen gilt er als Symbol für wissenschaftliche Exzellenz und als Brückenbauer zwischen Orient und Okzident.