Lotsenschulungen

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Wie die Stipendiat/innen zu Lots/innen wurden

Viele Menschen, die nach Deutschland flüchten, tragen besondere Potenziale, die sie hierzulande entfalten können. Zahlreiche zivilgesellschaftliche Aktivitäten, ohne die es kaum möglich wäre die hohe Anzahl der Geflüchteten zu unterstützen, schaffen mit ihrem Wirken eine solide Hilfe- und Dialogplattform. Diese erlaubt es die Potenziale von Geflüchteten mit ehrenamtlichen Ressourcen zu fördern und auszubauen.

Allerdings kommt ehrenamtliches Engagement ohne entsprechende Anleitung bzw. Qualifikation schnell an seine Grenzen. Mit den Lotsenschulungen, die in den Sommermonaten Juli und August im Rahmen des Projektes „Unsere Zukunft. Mit Dir!“ stattgefunden haben, wurden 160 Stipendiat/innen der 13 Begabtenförderungswerke darauf vorbereitet geflüchtete Menschen mit ausgeprägter kultureller Sensibilität bei der gesellschaftlichen, beruflichen und bildungsrelevanten Integration zu unterstützen.

Im Rahmen der Schulungen an sieben bundesweiten Standorten erwarben oder stärkten die Stipendiat/innen ihre fachlichen, sozialen und interkulturellen Kompetenzen und wurden auf ihre Multiplikatoren-Rolle im sozialen Kontext vorbereitet. Hierzu wurde ein umfangreiches Schulungsprogramm konzipiert, welches zwölf Pflicht- und Wahlpflichtmodule umfasste, u.a. mit folgenden inhaltlichen Schwerpunkten: Asylrecht, Hochschulzugang für geflüchtete Studierende und Studieninteressierte, Erstaufnahme bzw. Ersthilfe, Patenschaft und Mentoring, Vermittlung von Sprachkenntnissen, Interkulturelles Konfliktmanagement, Unbegleitete minderjährige Geflüchtete (UMA), und Traumata.

Unter den Referent/innen fanden sich Expert/innen mit ausgeprägter Kenntnis der aktuellen Forschungslage und/oder der öffentlichen Debatte zur Migrations- und Integrationspolitik, die darüber hinaus über das Wissen über das organisatorische und institutionelle Netzwerk vor Ort verfügten, sowie relevante methodisch-didaktische Fertigkeiten mitbrachten: Ausübende Rechtanwälte mit Schwerpunkt Asyl- und Ausländerrecht, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter mit praktischem Bezug zur Thematik, Träger der Sozialen Arbeit oder Repräsentant/innen privater Initiativen, Leiter/innen der International Offices bzw. Vertreter/innen der Programme für Geflüchtete an den Universitäten, Fachkräfte aus renommierten Sprachinstituten sowie Psycholog/innen und Psychotherapeut/innen.

Die abwechslungsreiche modulare Konzeption der Schulung gab den höchstmotivierten Stipendiat/innen erste Impulse für eigene Projektideen. Im Ideenbazar, aber auch außerhalb der Seminarräume – in den Pausen oder beim Essen – haben sich die Lots/innen intensiv über ihr bisheriges soziales Engagement und mögliche Aktionen und Projekte mit und für Geflüchtete ausgetauscht.

Einige Eindrücke der Teilnehmer/innen zu den Schulungen haben wir zusammengefasst:

„Das absolute Highlight stellte für mich die studienwerk- und konfessionsübergreifende Vernetzung und der daraus resultierende anregende Austausch dar.“

„Die schöne, trotz des straffen Programms entspannte Atmosphäre, die gute Voraussetzung für Kreativität und Motivation war, und von allen Teilnehmenden sowie der Projektkoordination aktiv geschaffen und aufrechterhalten wurde.“

„Überaus kompetente Dozenten, die ihre Begeisterung und positive Energie/ Kraft auch durch ihre Vorbildfunktion vermittelt haben.“

„Das Gefühl, bald gemeinsam etwas bewegen zu können!“

Das Avicenna-Studienwerk bedankt sich bei allen Mitwirkenden – Stipendiat/innen und Referent/innen – und blickt mit Neugier und Zuversicht den spannenden Projekten und Aktionen für Geflüchtete entgegen.

Einige Impressionen aus den Lotsenschulungen.