Iran: Forschungsreise im Rahmen der Bachelorarbeit

Unsere Stipendiat Nedime Sinanaj studiert Economics, Politics and Social Thought am Bard College in Berlin. Für Ihre Bachelorarbeit zum Thema „A Promising Future: The Role of Messianic Beliefs in The Iranian Revolution and Its Aftermath“ reiste sie in den Iran und berichtet:

Der Iran ist ein Land mit einer reichen Kulturlandschaft, sehenswert, mystisch. Er lebt durch eine Architektur, die Liebe zum Detail zeigt.

Die Vorbereitung und Organisation für die zweiwöchige Forschungsreise hat sich als herausfordernd dargestellt. Diese haben sehr viel Flexibilität verlangt, da nicht zuletzt das Rückreisedatum verlegt werden musste (vom 19. auf den 16. Oktober). Dies war aufgrund der Auswertung und Nacharbeit des gesammelten Material nicht anders zu klären.

Durch die sehr gute Betreuung vor Ort, sind die anfänglichen Herausforderungen jedoch schnell in Vergessenheit geraten. Dadurch, dass die Forschungsreise durch das Institute for Humanities and Cultural Studies begleitet wurde hatte sich die Reise, durch tägliche Termine mit Professoren aus unterschiedlichen Universitäten und Forschungsinstituten in Mashhad, Qom und Teheran, als sehr bereichernd herausgestellt.

Darüber hinaus war die Reise in den Iran sehr eindrucksvoll, da die theoretische Auseinandersetzung mit der Geschichte Irans, der Entwicklung der Revolution und der heutigen Medienberichterstattung über den Iran, sehr viele Fragen offen gelassen hat. Eine grundlegende Schlussfolgerung dieses Aufenthalts ist deshalb: Sucht die Orte auf, die fremd erscheinen, die dubios und heiß diskutiert werden in den Medien und schafft euch ein eigenes Bild, nicht zuletzt durch Begegnungen.

Während Teheran mit Berlin zu vergleichen ist, lädt die Stadt Qom in ganz andere Welten ein. Sie ist so ziemlich eine Stadt des Lehrens und Lernens, nicht zuletzt eine Stadt der Gelehrten. Es war sehr besonders für mich Gelehrte in traditioneller Kleidung auf den Straßen zusehen, die teilweise auf Motorrädern gefahren sind und Brot in der Hand hielten. Auf der anderen Seite sah ich Frauen im Tschador, die ich zu schätzen gelernt habe. Es ist wunderbar, wenn man Menschen den Raum gibt sich selbst und die Bedeutung der Kleidung für sie zu definieren. Der Tschador war eine Selbstverständlichkeit; die schwarze Farbe ganz anders konnotiert und während ich das schreibe erkenne ich, wie sehr die gesellschaftlichen Diskurse in Deutschland prägen und unsere Ansichten unbewusst und bewusst bestimmen können. Deshalb sind Reisen so wichtig, da man kulturelle Schätze kennenlernt und sich mit Ihnen vertraut macht.

Der Iran ist ein Land, welches auf jeden Fall auf der Liste der gemeinsamen Reisen von Avicenna eingeplant werden sollte. Vor allem die Kulturstadt Qom und die Gastfreundlichkeit gegenüber ausländischen Studierenden hat mich sehr beeindruckt. Es gibt ein ganzes Programm für ausländische Studierende, ein Gastmahl, viele wissenschaftliche Texte als Geschenke. Darüber hinaus würde ich jeden angehenden Reisenden empfehlen Kontakte im Vorhinein aufzusuchen. Ich durfte bei einer Professorin übernachten und konnte dadurch ganz andere und wertvolle Eindrücke gewinnen, wie Glauben gelebt wird und persönliche Geschichten über die viel diskutierte Politik im Iran mitbekommen.

Eine ganz besondere Atmosphäre durfte ich in der Jamkaran Community erleben. Jamkaran ist ein kleines Dorf in Qom, welches sich mit der Zeit als ein Ort der Erwartung und Spiritualität ergeben hat. Die religiösen Praktiken in der Moschee habe ich in meiner Bachelorarbeit deshalb bestens analysiert.

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