Kroatien: Praktikum in Zagreb

In Kroatien habe ich wundervolle Erfahrungen gemacht. Ich habe sehr herzliche Menschen kennengelernt und ich fühle mich geehrt, sie nun als Freunde bezeichnen zu dürfen. An das Praktikum hatte ich einige Erwartungen und sie wurden größtenteils erfüllt.
Die Lehrerinnen und Lehrer, mit denen ich zusammen gearbeitet habe, sind tatsächlich aus innerer Motivation ins Ausland gefahren und unterrichten Dort mit Leidenschaft. Ich hatte eine tolle Betreuung an der Schule und habe nach meiner eigenen Unterrichtsstunde auch tolles Feedback erhalten. Ich habe während des Praktikums den Schulalltag näher kennengelernt und einen großen Schritt in Richtung Lehrberuf gemacht.
Mein persönliches Ziel, deutsch-kroatische Schülerinnen und Schüler zu beobachten und über ihre Identifizierung mit den Nationalitäten zu befragen, habe ich auch erfüllen können:

„Als besondere Beobachtungsaufgabe habe ich mir gesetzt, die Mehrsprachigkeit der Schülerinnen und Schüler an der Schule zu beobachten und diese mit ihnen zu diskutieren. Es hat sich herausgestellt, dass ca. 50% der Schülerinnen und Schüler nur für eine kurze Zeit hier bleiben und bald wieder nach Deutschland zurückkehren werden. Die andere Hälfte, ein viel größerer Anteil als ich erwartet hatte, ist entweder hier geboren oder auch nicht, wird aber in Kroatien leben und wohl auch studieren.

Manche Schülerinnen und Schüler sind froh, nach Deutschland zurückzukehren, während andere sich hier sehr zu Hause fühlen und die Kroatien als ihr Vaterland sehen. Sie alle sprechen Deutsch und Kroatisch – oft wechseln sie zu der jeweils anderen Sprache, wenn ihnen ein Wort nicht einfällt. Daraus schließe ich, dass sie ein sehr natürliches Verhältnis zu Sprache und (soweit ich das beurteilen kann) Kultur hier haben.“
Der Aufenthalt in Kroatien war insgesamt sehr angenehm. Ich habe fast nur gute Bekanntschaften gemacht und wertvolle Freunde gewonnen. Die Besitzerin der Wohnung, die ich gemietet habe, hat ihre spirituellen Erfahrungen mit mir geteilt. Sie ist überzeugt von einer Art Pantheismus und wir konnten uns sehr gut verstehen. Ich habe ihr erzählt, dass ich überzeugt bin, dass Kommunikation mit Gott durch die Rezitation und Auseinandersetzung mit Seiner Schrift geschieht. Außerdem habe ich mich in das Team von Are You Syrious? verliebt.
Ich empfehle den Stipendiatinnen und Stipendiaten, die nach Zagreb fahren, dass sie sich bei Are You Syrious? melden und in ihrer Freizeit dort aushelfen. Die Arbeit mit ihnen hat mich erfüllt.

Abdullah Sari ist Stipendiat des Avicenna-Studienwerks und studiert Englisch und Philosophie auf Lehramt an der Universität zu Köln.