Spieglein, Spieglein an der Wand

26. Oktober 2017, Köln

Im Rahmen des Projektes „Unsere Zukunft. Mit Dir!“ leiten Klara Fischer (Evangelisches Studienwerk Villigst) und Jérôme Lenzen (Friedrich-Ebert-Stiftung) seit Januar 2017 eineTheater-Workshop-Reihe für geflüchtete Kinder in Köln. Zusammen mit ArtAsyl e.V., einem erfahrenen Träger für Kunstprojekte aus Köln, und einer lokalen Einrichtung der Jugendhilfe in Köln-Porz bieten die Lotsen den neu angekommenen Kindern eine langfristige Möglichkeit erste Erfahrung mit dem Konzept der Theatralik und des Verkleidens zu machen, um später auf diese Erfahrungen zurückgreifen zu können und Anknüpfungspunkte bei Gleichaltrigen zu finden. Über diese Auseinandersetzung sollen die Kinder kulturelle Kompetenzen erwerben und verschiedene Formen der Selbstreflexion kennen lernen.

In einem Kurzbericht geben die Lots/innen einen Einblick in ihre Aktivitäten.

Eine Hexe verzaubert im verwunschenen Wald eine Prinzessin im türkisfarbenen Kleid. Diese ist unglücklich, weil ihr Auserwählter, der König, sie nun nicht mehr erkennen kann. Zum Glück können ein Astronaut und ein Feuerwehrmann schnell Abhilfe schaffen. Durch ihre Rettungsaktion finden Prinzessin und König schlussendlich doch zueinander und werden getraut.

Ob es ein Imam, ein Pfarrer oder ein Standesbeamter ist, der das frisch vermählte Paar traut, ist den Kindern nicht so wichtig. Beim Theaterprojekt von Unsere Zukunft. Mit Dir! und ArtAsyl e.V., das an einem Sonntag Nachmittag in den Räumen der Arche Nova in Köln-Porz stattfindet, träumen die Kinder von Liebe, Rettung,  Freundschaft und Happy Ends. Bei diesen Träumen macht es keinen Unterschied, woher die Kinder kommen und welche Geschichte sie mitbringen, weil die Fantasie es ihnen erlaubt, in neue Rollen zu schlüpfen. Diese Rollen sind unabhängig von dem ehemaligen Baumarkt, den die Kinder seit nunmehr einem Jahr ihr Zuhause nennen und unabhängig von dem, was sie auf ihrer langen und gefährlichen Reise nach Deutschland erleben mussten.

Die etwa zwanzig Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren haben sichtlich Freude daran, sich neu zu erproben, Geschichten zu spinnen, ihren Figuren Aufgaben und Charakterzüge zuzuschreiben und alles zu inszenieren und erproben. Das fertige Stück hat gar einen Spannungsbogen in vier Akten und wird auch mit viel Applaus der zuschauenden Kinder honoriert. Der Hochzeitstanz und die dazugehörige Feier gehen den Nachwuchsschauspielerinnen und –schauspielern so leicht von den Füßen, dass man schon beim Zuschauen am liebsten mittanzen möchte. So hat an diesem Nachmittag nicht die böse Stiefmutter den Spiegel befragt, sondern Kinder hatten die Gelegenheit, in den Spiegel zu schauen, zu träumen und spielen.

Fotos: Hosna Hakim (Avicenna-Studienwerk)

 

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