Österreich: Forschungsaufenthalt in Wien

Im Rahmen meines Promotionsprojekts mit dem Titel „Interreligiöses Begegnungslernen – Hochschuldidaktische Modelle interreligiöser Kompetenzanbahnung in der Ausbildung von Religions- und Ethiklehrer/innen an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems“ (KPH) besuchte ich vom 17.10.2017 bis 21.10.2017 den Festakt des zehnjährigen Bestehens und die Fachtagung „Nun sag, wie hast du´s mit der religiösen Vielfalt? Zwischen Konflikt und Kompetenz in Kindergärten, Schulen und Jugendarbeit“ an der KPH Wien/Krems.

Meine Erwartungen vor diesem Forschungsaufenthalt richteten sich zuallererst auf den fachlichen Austausch meines Forschungsgebiets der interreligiösen Kompetenzen. Ich wollte von den Tagungsimpulsen und dem Austausch mit den Referent/innen profitieren.

Die KPH ist mir durch ein Auslandssemester im Wintersemester 2012/2013, zweier Auslandsaufenthalte im Herbst bzw. Winter 2016 und durch viele persönliche Kontakte bereits bekannt. Insbesondere war ich gespannt auf das Forum 6 „Interreligiöse Begegnung in der religionspädagogischen Ausbildung“ mit den Referent/innen Prof. Garcia-Sobreira-Majer, Prof. Mikluscak, Prof.in Boehme (Betreuerin), Prof.in Kessler, Prof.in Baur und Prof. Kahrs. Während der Tagung zeigte sich, dass ein enger Austausch über mein Forschungsgebiet mit den Referenten möglich war. Ich konnte mich mit verschiedenen Professoren und Doktoranden meiner Fachrichtung vernetzten und profitiere nach wie vor sehr von diesem inhaltlichen Gedankenaustausch. Beispielsweise konnte ich mich mit einer muslimischen Doktorandin der Universität Graz vernetzen, welche zu religiöser Bildung auf muslimischen Terrain forscht und die mich bereits zu einem eigenen Beitrag während im Juli 2018 an die Uni Graz eingeladen hat. Weitere Kontakte sind nach Eichstätt, Berlin und Ludwigsburg entstanden.

Mit Prof. Garcia Sobreira-Majer, Studienleiter des interreligiösen Lernens in Begegnung an der KPH Wien/Krems, konnte ich einen persönlichen Gesprächstermin zur Besprechung eines Kapitels meiner Arbeit vereinbaren und er unterstützte mich tatkräftig bei der Beschreibung des Wiener Ausbildungsmodells.

Mag. Said Topalovic M.A., muslimischer Dozent an der IRPA Wien und Schulbuchautor, konnte ich für eine Podiumsdiskussion an der PH Freiburg am 27.11.2017 gewinnen. Der Forschungsaufenthalt in Wien diente folglich neben der fachlichen Vertiefung meiner Forschung dem sozialen Netzwerken bzw. Pflegen bestehender Kontakte.

Am Vortag der Tagung zur religiösen Vielfalt wurde das zehnjährige Bestehen der KPH mit einem Festakt und internationalen Gästen gefeiert. Als Vertreter der PH Heidelberg durfte ich an diesen Feierlichkeiten teilnehmen und konnte andere Kooperationspartner der KPH kennenlernen, u.a. aus Thessaloniki.

Während meines Aufenthalts an der KPH tat sich ebenfalls ein Besuch im Internationalen Büro auf. Die Mitarbeiter/innen kenne ich aus meinem Auslandssemester sehr gut und es ist immer ein warmherziges Wiedersehen. Das Internationale Büro freut sich, dass in Folge eines internationalen Austauschprogramms ein Forschungsprojekt hervorgegangen ist.

Die Frage nach besonderen Eindrücken aufgrund der fremden Kultur bzw. Sprache stellt sich in Wien nicht, da das Österreichische dem Deutschen sehr ähnlich ist. Gleichwohl kann der Standort der KPH Wien/Krems anderen Avicenna Stipendiaten nachdrücklich empfohlen werden. Eine exzellente Lehre im interreligiösen und interkulturellen Lernen zeichnen diese Hochschule aus. Besonders familiär ist das Miteinander zwischen Dozierenden und Studierenden. Es wird vonseiten der Lehrenden immer darauf geachtet, dass sich die Studierenden wohlfühlen. Kurze Absprachen sind möglich und werden getroffen. Falls darüber hinaus noch Zeit bleibt, ist ein kulturprägender Besuch der Wiener Museen, der Theater, der Opernhäuser, von Konzerten usw. eine must do. Der Verfasser besuchte im Burgtheater die Komödie „Der Diener zweier Herren“ von Carlo Goldoni, welche seinen Wiener Forschungsaufenthalt komödiantisch abrundete.

Christian Ratzke ist Stipendiat des Avicenna-Studienwerks und promoviert in Heidelberg.

 

Fotos: Michael Holzmayer, KPH Wien/Krems 2017 / Ratzke privat